Drei Akupunkturnadeln mit aufgesteckten brennenden Moxaröllchen

Weitere Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

und Sonderformen der Akupunktur


Die Denkweise und das Herangehen an gesundheitliche Probleme unterscheiden sich in der mitteleuropäischen Schulmedizin und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) völlig.

Nach chinesischer Vorstellung besteht der Mensch aus fünf Elementen - Erde, Metall, Wasser, Holz und Feuer - in denen das Yin und Yang, zwei gegensätzliche Pole verschiedener Eigenschaften, möglichst ausgeglichen sein sollten. Die Lebensenergie "Qi" kreist zwischen den Elementen auf sogenannten Meridianen, den Energiebahnen.

Kommt es auf diesen Meridianen nun zu einem Stau der Energie oder zu Energielöchern, so kann der Mensch krank werden. Krankheitsauslöser sind in der TCM Hitze, Kälte, Wind, Trockenheit und Feuchtigkeit.

Es geht also darum, herauszufinden, was die Erkrankung ausgelöst hat, wie lange sie schon besteht, ob ein Mangel- oder ein Füllezustand vorliegt und welchem Element die Störung zuzuordnen ist. Dann kann man entscheiden, mit welcher Methode behandelt werden sollte.
Mann mit Akupunkturnadeln in der Ohrmuschel Hand mit Nadel-Applikator Logo der Forschungsgruppe Akupunktur

Ohrakupunktur

In der Ohrakupunktur werden Reflexzonen genutzt. Man stelle sich vor, dass sich der Körper in der Ohrmuschel etwa abbildet, wie ein auf dem Kopf stehendes Baby. Im Ohrläppchen werden also die Kopforgane repräsentiert, in der Tiefe der Ohrmuschel findet man die inneren Organe und auf dem Knorpelrand, der diese Tiefe begrenzt, bildet sich die Wirbelsäule ab.

Hat der Patient beispielsweise Rückenschmerzen, so würde man den Knorpelrand in erster Linie untersuchen. Ein krankes Organ führt zu einer Veränderung im elektrischen Hautwiderstand der entsprechenden Reflexzone am Ohr. Das läßt sich mit Punktsuchgeräten messen oder eine geübte Hand kann auch eine Pulsveränderung wahrnehmen, wenn man mit einem Metallgegenstand über die betroffene Reflexzone streicht.

Der Patient wird feststellen, dass die betroffene Stelle druck- und schmerzempfindlicher ist, als die gesunden Areale.

Es ist mitunter erstaunlich, wie gut sich Beschwerden des Bewegungsapparates über das Ohr lindern lassen. Aber auch Zahnschmerzen, Augenerkrankungen und viele andere können darüber behandelt werden.

Das Ohr ist auch die erste Adresse bei der Raucherentwöhnung, um Entzugsbeschwerden zu mildern.


Su Jok - koreanische Handakupunktur

Ähnlich wie am Ohr, bildet sich der menschliche Körper auch an Händen und Füßen noch einmal ab. Hier sind die Reflexzonen der erkrankten Partien ebenfalls druckempfindlicher als die gesunden. Hat man den entsprechenden Punkt gefunden, wird mittels eines Applikators eine kleine Nadel in den Finger gebracht und verbleibt dort für mindestens zwanzig Minuten.

Man kann die betroffenen Bereiche aber auch, zum Beispiel bei Kindern, mit Samenkörnern bekleben. Diese üben dann einen Dauerreiz im Sinne der Akupressur aus. Die Wirkungen sind oft verblüffend!


Neue Schädelakupunktur nach Yamamoto

Ein Japaner, Herr Yamamoto hat herausgefunden, dass sich auch am Schädel Reflexzonen für den ganzen Körper befinden. Am Hals oder an der Bauchdecke läßt sich ertasten, welche Region erkrankt ist. Entsprechende Bereiche sind wiederum druckschmerzhaft. Jedem dieser Bereiche sind bestimmte Zonen am Schädel zugeordnet.

Im Krankheitsfalle findet man unter der Haut des Kopfes kleine, etwa linsengroße Verdickungen, die sich ertasten lassen. Gelingt es, diese genau mit der Akupunkturnadel zu treffen, verschwindet der Druckschmerz in den Referenzbereichen augenblicklich.

Mit dieser Methode lassen sich viele Erkrankungen behandeln, besonders neurologische, wie zum Beispiel frische Schlaganfälle.

Moxibustion

Moxibustion bedeutet, frei übersetzt, "Stechen und Brennen".

Kann man sonst mit der Akupunktur eigentlich nur vorhandene Energie umverteilen, so ist die Moxibustion eine Methode, mit der man Energie, vor allem Yang-Energie, zuführen kann, was bei Menschen, deren "Batterie" ein bißchen leer gelaufen ist, segensreich sein kann.

Es gibt verschiedene Techniken:
Entweder man erhitzt Akupunkturpunkte mit der Wärme einer glühenden Zigarre aus getrocknetem Beifußkraut, der Moxazigarre - keine Angst, die Haut wird dabei nicht direkt berührt, nur erwärmt - oder man steckt kleine Moxaröllchen auf das Ende einer Akupunkturnadel und zündet sie an. So wird die Nadel erhitzt und darüber der Akupunkturpunkt.

Für einen Mitteleuropäer klingt das alles ein bißchen wie Woodoo-Zauber, so dachte ich anfangs auch, aber lassen Sie sich überraschen: die Wirkung ist doch oft erstaunlich!

Es gibt dann auch noch die Moxibustion nach Wolff, bei der nach einem bestimmten Basis-Schema viele Punkte erwärmt werden, wodurch man etliche Schmerzen aus dem orthopädischen Bereich lindern kann, so dass die Patienten mitunter ihre Schmerzmittel ganz weglassen können.





Schröpfen

Beim Schröpfen wird in einer kleinen Glasglocke ein Vakuum erzeugt - entweder mit Feuer oder mit einem kleinen Gummiball - dieses Glas wird dann auf die Haut gesetzt und wirkt durch das Vakuum saugend. Blut und Lymphe werden so in Bewegung gebracht.

Nach chinesischer Vorstellung soll auf diese Weise zuviel Feuchtigkeit im Gewebe abgeleitet und umverteilt werden.

Schröpfen und Moxen werden häufig kombiniert angewendet.




Wann hilft mir die Akupunktur? Empfehlungen der WHO


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Dunkelrotes Praxis-Logo mit Knospenzweig
Ein Therapeut hält eine brennende Moxazigarre über eine liegende Patientin

Frau mit Schröpfglas auf der Schulter